Windenergienutzung - Verpachtung von Flächen im Pfarrwald Michelbach/Bilz

Weltweit basiert die Stromversorgung immer noch zu einem großen Teil auf der Nutzung fossiler Energieträger und der Kernenergie. Diese Ressourcen sind endlich und durch den damit verursachten Klimawandel und die ungeklärte Frage der Endlagerung von Atommüll mit nicht absehbaren Folgen verbunden.

Auch der aktuell vom Weltklimarat vorgestellte und von rund 800 Wissenschaftlern erarbeitete Weltklimabericht kommt zu dem Ergebnis, dass eine unverzügliche Abkehr von der Energieerzeugung durch fossile Brennstoffe – insbesondere von der Kohle – erforderlich ist, um unumkehrbare Schäden für Menschen, Pflanzen, Tiere und die Erde insgesamt zu vermeiden.

Die Kirche insgesamt und auch die Landeskirche hat dieses Thema schon sehr früh aufgegriffen und für die gesamte Gesellschaft in seiner Bedeutung und Dringlichkeit betont. Schon im Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung wurde dies deutlich. Dabei sind die Reduzierung der klimaverändernden Treibhausgase, die Energieeinsparung und der Umstieg auf regenerative Energien die zentralen Anliegen.

Die Pfarreistiftung hat bereits im Jahr 2011 aktiv die Eignung der stiftungseigenen Grundstücke für Windkraft geprüft und Verhandlungen mit verschiedenen Projektierungsfirmen geführt. Gemeinsam mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall wurde ab 2012 mit den Planungen des ersten Windparks im Pfarrwald Michelbach begonnen.

Zunächst wurden detaillierte artenschutzrechtliche Untersuchungen in Auftrag gegeben und in den Folgejahren umfangreiche Gutachten zu den Themen Schatten, Schall und Windstärke erstellt. Nach Erteilung der Genehmigung begannen im Januar 2015 die vorbereitenden Arbeiten zur Errichtung der sieben Windenergieanlagen entlang der Kohlenstraße. Die Anlagen stehen auf Grundstücken der Pfarreistiftung auf den Gemarkungen Michelbach/Bilz, Gaildorf und Obersontheim.

Das Ziel – 100 Prozent Erneuerbare Energien bis 2030 – wurde bereits im Jahr 2010 von den Stadtwerken Schwäbisch Hall gemeinsam mit den Kommunen aus dem Raum Schwäbisch Hall vereinbart. Ein entscheidender Aspekt ist, dass der Ausbau der dezentralen Energieerzeugung auch einen großen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und damit zur Stärkung der Kommunen und Unternehmen vor Ort führt. Mit der Fertigstellung des Windparks Kohlenstraße im Dezember 2015 wurde auf diesem Weg ein weiterer Meilenstein gesetzt.

Einweihung des Windparks im Januar 2016

v.l.n.r. vorne: Geschäftsführer Stadtwerke Schwäbisch Hall Pfitzer, Minister für Umwelt Untersteller, Vorstand der Pfarrgutsverwaltung Voss

2.Reihe: Bürgermeister Obersontheim Trittner, Geschäftsführer Stadtwerke Schwäbisch Hall Gentner

3. Reihe: MdL Jutta Niemann, Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke Schwäbisch Hall  Sakellariou, Projektleiter Firma Vestas Suren

Hinten: Geschäftsführer aD. Stadtwerke Schwäbisch Hall van Bergen, Oberbürgermeister Schwäbisch Hall Pelgrim

Der Windpark Kohlenstraße

Der Windpark Kohlenstraße auf der Anhöhe der Limpurger Berge, entlang der Kohlenstraße auf den Gemarkungen der Gemeinden Michelbach/Bilz, Obersontheim und Gaildorf besteht aus 7 Windenergieanlagen mit je 3,3 MW elektrischer Leistung (Hersteller VESTAS V126-3.3, Gesamthöhe 200 m, Nabenhöhe 137 m, Rotordurchmesser 126 m) mit einer installierten Gesamtleistung von 23,1 MW und ist am Umspannwerk Rosengarten-Westheim an das Stromnetz angeschlossen.

An mehr als 7.000 Stunden im Jahr findet klimaneutrale Stromerzeugung statt. Der jährliche Windstromertrag beläuft sich auf 46 Millionen kWh. Diese Strommenge entspricht dem Verbrauch von 11.500 Haushalten (Jahresbilanz).

Durch die Produktion dieser Menge regenerativer Stromenergie können jährlich 25.000 Tonnen CO2 gegenüber dem Erzeugungsmix in Deutschland eingespart werden.

Von der Idee und den ersten Gesprächen mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall bis zur Fertigstellung des Windparks sind vier Jahre vergangen. Beeindruckende Zahlen und eine Bilanz, die den Stellenwert des Projektes für die Region unterstreichen.

Der Betrieb des Windparks erfolgt durch die Windpark Kohlenstraße GmbH, einer 100 %igen Tochtergesellschaft der Stadtwerke Schwäbisch Hall.

Die mittlere Windgeschwindigkeit auf Nabenhöhe von 137 m beträgt 6,1 m/s. Ab einer Windgeschwindigkeit von 3 m/s wird Strom erzeugt. Ab 12 m/s Windgeschwindigkeit (starker Wind mit Windstärke 6 auf der Beaufort-Skala) läuft der Windpark auf Volllast.